Die RDinfo ist eine dienstliche Mitteilung des Roten Kreuzes NÖ und informiert über verbindliche Änderungen im Rettungsdienst. Sie ist verbindlich, weil sie umzusetzende Anweisungen für die Durchführung des Rettungsdienstes enthält – insbesondere dort, wo sich Behandlungsleitlinien, organisatorische Vorgaben oder der Kompetenzrahmen (Scope of Practice) ändern.
Die RDinfo ist das, was früher alleine "die Lehrmeinung" war: Sie ist das Sicherheitsnetz der Organisation für die Sanitäter:innen. Sanitäter:innen, die sich an die Vorgaben der Organisation halten, werden von dieser geschützt.
Inhalt
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Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit den Updates im Bereich der Behandlungsleitlinien im Roten Kreuz Niederösterreich. Die Anpassungen wurden vom CPAC auf Grundlage zahlreicher Rückmeldungen aller Sanitäter:innen sowie aktueller wissenschaftlicher Leitlinien entwickelt.
#TOP NEWS
Anpassung der Patient:innen-Versorgung durch Rettungssanitäter:innen
Mit 01.10.2026 werden die aktualisierten ÖRK Lehraussagen der RS-Ausbildung umgesetzt. Anbei die Hauptpunkte, welche auch für die Versorgung durch bestehende Rettungssanitäter:innen relevant sind.
Die Zielsättigung ist bei einem ACS, wie auch bei COPD, bei 90%, da eine zu hohe Sauerstoffsättigung in diesem Notfall nachteilig sein kann, ohne einen Vorteil zu erbringen.
Rettungsdienste bekommen bei Heimtransporten und Einsätzen im häuslichen Umfeld Einblicke über das soziale Umfeld einer Person (Wohnsituation, Pflegebedürftigkeit, Versicherungsstatus etc.). Bisher wird die Sozialanamnese nicht durchgehend erhoben und dokumentiert. Ziel ist es , die Informationen zu sammeln und im Bedarfsfall weiterzugeben. Als Sanitäter:innen muss es uns ein Anliegen sein, auch soziale Notlagen zu erkennen und Unterstützungsmaßnahmen anzustoßen.
Es gilt, einen Beitrag zur Unterstützung von Personen in sozialen Notlagen zu leisten und nach der Einwilligung des Patienten/der Patientin relevante Unterstützungsangebote zu aktivieren. Eine Übersicht an Verweismöglichkeiten findet sich im RDmed - Patient verweisen/vernetzen.
Die Normwerte - und Warnzeichen wurden adaptiert. Warnzeichen sollen im Team angesprochen werden , um eine Entscheidung zu treffen ob weitere Hilfe benötigt wird. Sie sollen die Aufmerksamkeit von Rettungssanitäter:innen bewusst lenken und im Kontext der Situation interpretiert werden.
Anpassungen bei den Krankheitsbildern bzw. Verletungsmustern Ertrinken, offene Thoraxwunden, Schock, ACS und atypische Symptome, Akute Gefäßverschlüsse, Unterkühlung, Verbrennungen/Verätzungen und erweiterte Maßnahmen, psychiatrische Erkrankungen, Kinderkrankheiten und seltene Erkrankungen.
Darüber hinaus finden sich einige kleinere Korrekturen und Anpassungen in der Überarbeitung der Lehraussagen. Die Themenfelder Reanimation sowie Geburt wurden im RKNÖ bereits mit der Veröffentlichung sowie Anpassung der Behandlungsleitlinien im Mai 2026 aktualisiert - alle Informationen dazu finden sich in den jeweiligen Behandlungsleitlinien.
Ab 01.10.2026 steht die aktualisierte Version des MobileContent zur Verfügung. Alle Anpassungen/Änderungen wurden in einem E-Learning aufgearbeitet, welches ab sofort für alle Mitarbeiter:innen zur Verfügung steht (siehe Bildungselemente).
Die Auseinandersetzung mit den aktualisierten Inhalten (speziell für Rettungssanitäter:innen) liegt in der Eigenverantwortung jedes Sanitäters/jeder Sanitäterin und ergibt sich aus der Sorgfaltspflicht. Die Anpassungen sind daher mit keiner Pflichtfortbildung verbunden.
Da es sich überwiegend um geringfügige Anpassungen bestehender Inhalte handelt, werden diese zusätzlich durch die Bezirksstellen in die laufenden Praxistrainings integriert und dort praktisch aufgegriffen und gefestigt.
Klarstellung zur intranasalen Applikation von Arzneimitteln
Bildquelle: DocCheck
Der bisherige Hinweis „Aufteilen auf beide Nasenlöcher“ hat teilweise zu Missverständnissen geführt und wird daher durch die eindeutigere Formulierung „Max. 1 ml pro Nasenloch“ ersetzt.
Damit wird klargestellt: Eine Aufteilung auf beide Nasenlöcher ist nur dann erforderlich, wenn das zu applizierende Flüssigkeitsvolumen mehr als 1 ml beträgt. Bis zu 1 ml kann über ein Nasenloch appliziert werden.
Alle Änderungen sind mit der Veröffentlichung auf RDmed am 28.09.2026 gültig. Aufgrund der Art der Anpassungen ist keine Übergangsfrist notwendig.
Scope of Practice Matrix
Mit der Scope of Practice Matrix stellen wir im Roten Kreuz Niederösterreich transparent den Kompetenzrahmen der Sanitäter:innen dar. Je nach Qualifikation sind andere Behandlungen, Maßnahmen oder Arzneimittel freigegeben.
Neuerungen - CO-Messung
Aufgrund vermehrter Rückmeldungen wurde der Punkt SpCO-Messung in der Scope of Practice Matrix präzisiert.
Analog zur Kapnographie wird nun klar dargestellt, dass Rettungssanitäter:innen natürlich die SpCO-Messung selbstständig durchführen dürfen. Die Beurteilung und Interpretation der erhobenen Messwerte fällt weiter in den Kompetenzbereich von Notfallsanitäter:innen.
Sicherheitshinweis
Aufbauend auf einem Fall der Qualitätssicherung haben wir im Medikamentenlexikon einen Sicherheitshinweis zur Verwendung des Nachschlagewerks hinzugefügt.
Als Grundlage für die Behandlung von Patient:innen dienen die Behandlungsleitlinien, die organisatorischen Leitlinien sowie die Maßnahmenbeschreibungen.
Das Medikamentenlexikon ist ein Nachschlagewerk für relevante Wirkstoffe und Präparate, welche im Rettungsdienst zur Anwendung kommen.
Als Erweiterung der Hilfestellung für alle Sanitäter:innen stehen im RDmed Organisatorische Leitlinien (OLL) zur Verfügung. Diese dienen dir als interaktives Nachschlage- & Vorbereitungswerk für spezielle Einsatzsituationen.
Neues Triage-Tool in RETTS
Im RETTS steht ab sofort ein neues Triage-Tool zur Verfügung. Damit können Vitalparameter und Symptome direkt eingegeben werden. Auf Basis dieser Angaben ermittelt das Tool die entsprechende RETTS-Dringlichkeitsstufe.
An der RETTS-Systematik selbst ändert sich dadurch nichts. Die bekannten Vitalzeichen- und Symptomkarten stehen weiterhin wie gewohnt zur Verfügung. Das neue Triage-Tool greift auf dieselben Kriterien und Informationen zurück und bietet damit lediglich eine zusätzliche Möglichkeit, die Dringlichkeitsstufe zu bestimmen.
Parallel zur Weiterentwicklung im Rettungsdienst stellen wir in der Aus- & Fortbildung unserer Sanitäter:innen zielgruppenorientierte Bildungsangebote zur Verfügung.
E-Learning | aktualisierten Lehraussagen für Rettungssanitäter:innen
Von Seiten des ÖRK wird ein E-Learning zu den aktualisierten Lehraussagen für Rettungssanitäter:innen zur Verfügung gestellt. Dieses wurde durch weitere Hintergrundinformationen für Mitarbeiter:innen im RKNÖ ergänzt.
Das E-Learning wird mit 2 Fortbildungsstunden ab RS sowie 2 fachlichen Fortbildungsstunden für PAL/INSTR/LS angerechnet.
Gastzugang zu E-Learnings der Sanitäter:innen-Ausbildung
Du möchtest wissen, was unsere Rettungs- und Notfallsanitäter:innen aktuell in ihrer Ausbildung lernen?
Mit dem Einschreibeschlüssel Mitarbeiter144 kannst du dich in die unten angeführten Ausbildungskurse einschreiben und dir die Lerninhalte ansehen, ohne den regulären Kursablauf der Teilnehmer:innen zu beeinflussen.
Bitte verwende ausschließlich diesen Einschreibeschlüssel. Die Verwendung anderer Einschreibeschlüssel kann dazu führen, dass du regulären Teilnehmer:innen zugeordnet wirst und dadurch der Kursablauf beeinflusst wird.
Der Einschreibeschlüssel Mitarbeiter144 funktioniert für folgende Kurse:
Befragung Atemwegssicherung durch Sanitäter:innen
Seit Anfang August wird die Befragung - Atemwegssicherung durch Sanitäter:innen durchgeführt. Mit dieser Erhebung möchten wir Erfahrungen von Sanitäter:innen mit der Atemwegssicherung im Rettungsdienst des Roten Kreuzes Niederösterreich erfassen und für die Weiterentwicklung der Versorgung nutzen. Im Mittelpunkt stehen die Anwendung supraglottischer Atemwegshilfen – Larynxtubus (LTS-D) und Larynxmaske (i-gel) – sowie die endotracheale Intubation. Die Befragung richtet sich an Sanitäter:innen, die im Rahmen eines Atem-Kreislauf-Stillstandes selbstständig eine dieser Maßnahmen durchgeführt haben.
#Ablauf Alle Personen, die die Einschlusskriterien erfüllen, erhalten innerhalb von 14 Tagen nach dem jeweiligen Einsatz ein E-Mail mit der Einladung zur Teilnahme an der Befragung. Das E-Mail wird je Einsatz ausgelöst. Entsprechend können Mitarbeiter:innen im Laufe der Zeit mehrmals eine Nachricht erhalten. In dem E-Mail ist die Einsatznummer, Tag/Uhrzeit der Alarmierung, die Fahrzeugressource sowie die verwendete Atemwegshilfe angegeben.
Die Umfrage wird bei allen Einsätzen - mit Atemwegssicherung durch Sanitäter:innen - im Zeitrahmen von 01.08.2026 bis 31.12.2027 durchgeführt.
Alle Informationen zu Ein- und Ausschlusskriterien finden sich auf folgender Handbuch Seite im Bereich RD-Wiki: Befragung Atemwegssicherung durch Sanitäter:innen
Vielen Dank für eure Unterstützung!